Wir sind doch nicht aus Zucker – Die Forscherwoche 2018 auf dem Blaueisgletscher bei Berchtesgaden

Am Montag, dem 14. Mai 2018, starteten 24 Fünftklässlerinnen und Fünftklässler aus der gesamten Jahrgangsstufe, drei Alttutorinnen aus den zehnten Klassen sowie Frau Hauptmann, Frau Halm und Herr Heidegger zur Forscherwoche 2018. Los ging es bei bestem Wetter – doch nicht nur die Teilnehmer/innen, sondern auch die Eltern, hatten sich über das Wetter im Vorhinein erkundigt…Regen war angesagt, für die ganze Woche. Die Befürchtungen waren groß, aber was bleibt einem über: wir fuhren los!

Unsere Woche begann gleich Montagnachmittag mit einem spannenden Besuch im „Haus der Berge“, das uns mit einer modernen und kindgerechten Darstellung des Nationalparks Berchtesgaden inklusive Führung auf die Woche sehr gut einstimmte. Das Wetter war traumhaft, so dass wir gleich noch den Spielplatz dort nutzen und uns mit einem Eis erfrischten, während wir einen traumhaften Blick auf den Watzmann hatten.

Von dort aus fuhren wir ca. 20 Minuten nach Marktschellenberg, wo sich unser Selbstversorger-Jugendhaus befindet. Gerade als wir ankamen und die Koffer auspackten, wurden wir von Starkregen überrascht. Die 15 Minuten Fußweg vom Parkplatz zum Jugendhaus schwommen die meisten mehr als sie liefen, so dass wir völlig durchnässt unser Ziel erreichten. „Jetzt kann es ja nur noch besser werden!“

Am Dienstag, im Schülerforschungszentrum Berchtesgaden, erhielten die Schüler/innen eine Einführung, in der in Kleingruppen jeweils zu den Themen Botanik bzw. Wetterkunde Forscheraufträge entwickelt und vorbereitet wurden und auch entsprechende Experimente dazu stattfanden. Jedes Team erhielt eine passende Forschertasche mit Equipment wie Thermohygrometer, Kompass, Barometer, pH-Wert-Messer und vielem mehr. Sie wurden getestet und eingestellt, um sie an den Folgetagen im Gelände für die jeweiligen Messungen einzusetzen.
Anschließend erkundeten wir noch das Stadtzentrum Berchtesgaden und hofften bei Nieselregen, dass es am nächsten Tag besser wird, denn dann ging es los…

Dienstagmorgens trafen wir in Ramsau am Fuße des Bergs auf unseren Bergführer Hubert, der uns begleitete. Gerade als wir am Treffpunkt ankamen, fing es an zu nieseln. Und dieser Nieselregen verfolgte uns den ganzen Tag. Die anstrengende aber auch wunderschöne Tour, auf der wir rund 1000 Höhenmeter zurücklegten, meisterten wir dennoch mit links. Immerhin war uns nicht zu heiß! Und je kälter es ist, umso besser schmeckt der Kaiserschmarrn auf der Schärtenalm.  Während des Aufstieges machte die Forschertruppe immer wieder Messungen, Vegetations- und Baumartenaufnahmen. Nach insgesamt sechs Stunden kamen wir dann erschöpft, mehr oder weniger nass, aber glücklich an der Blaueishütte an – dort wurden wir von den netten Wirtsleuten und einer großen Portion Nudeln empfangen! Und siehe da: nach dem Umbau und den Renovierungsarbeiten, wurde die Hütte extra für uns einige Tage früher geöffnet – d.h. wir weihten die neuen Zimmer ein und waren dort ganz für uns allein! Der Abend klang aus mit verschiedenen Spielen wie Uno, Halli Galli, Armdrücken und natürlich Werwolf!

Tags drauf meinte es das Wetter dann plötzlich gut mit uns - wir bestiegen im Trockenen den Beginn des Gletschers, um weitere Messwerte zu erheben und es dauerte nicht lang, da kam auch die Sonne raus: So konnten wir Gämsen zusehen, die vor unseren Augen im Schnee tollten! Davon inspiriert rutschen wir auch noch im Schneefeld und übten uns im Falle eines Absturzes richtig aufzufangen.

Nachdem wir dann noch einen Wettbewerb starteten, wer in 30 Minuten die längste Murmelbahn aus Naturmaterialien bauen kann, traten wir den Abstieg an. Bis hin zum Hintersee liefen wir, um die Hütte nochmal von unten zu sehen. Dazu meinte ein Schüler: „Wahnsinn, da oben war ich – jetzt bin ich schon sehr stolz auf mich!“

Am bereits letzten Tag unserer Exkursion wurden nach dem Frühstück die Ergebnisse aus den Gruppen Botanik und Wetter kurz besprochen und gemeinsam ausgewertet. Im Anschluss stellten sich die inzwischen schon Experten gewordenen Schülerinnen und Schüler ihre Ergebnisse, Messgeräte und Forscheraufträge jeweils mit Plakaten und kleinen Praxisübungen dazu vor. So konnten alle gegenseitig voneinander profitieren.
Und schon ging eine wundervolle Woche zu Ende, bei der alle Beteiligten viele Erfahrungen sammeln konnten! Die tolle Stimmung innerhalb der Gruppe blieb bis zu guter Letzt, als beim Aussteigen am Parkplatz nochmal alle zusammen ein Lied sangen und tanzten! Gerade letzteres verdanken wir den drei Alttutorinnen, die sich mit tollem Einsatz und Engagement liebevoll der Betreuung und Abendgestaltung den Fünftklässler/innen annahmen.

Nach einer so erfolgreichen Woche mit einer motivierten, fitten und witzigen Schülergruppe freuen wir uns schon auf die Forscherwoche 2019!

Christiane Hauptmann, Sarah Halm, Frederik Heidegger