Die Klasse 10d im Bayerischen Landtag

Am 28.11.18 besuchte unsere Klasse 10d im Rahmen des Sozialkundeunterrichts den Bayerischen Landtag. Nach der Ankunft mussten wir erst mal durch die Sicherheitskontrolle, jeder von uns bekam einen ,,Tagesausweis Besuchergruppe“. Um 10 Uhr sollte die Führung beginnen.

Doch davor trafen wir in der Eingangshalle zufällig noch unsere Stimmkreisabgeordnete Frau Dr. Eiling-Hütig. Sie traf sich dort gerade mit anderen Ausschussmitgliedern zum Anfangsfoto, an diesem Tag traten nämlich sehr viele Ausschüsse des neuen Landtags erstmals zusammen. Nach der Juniorwahl erkannten wir sie gleich. Eine richtige Politikerin zu treffen, welche sogar unseren Stimmkreis vertritt, war für uns natürlich etwas Besonderes, da man diese meistens nur über die Medien kennt. Sie nahm sich sogar spontan Zeit, begrüßte uns sehr freundlich und gab uns einige Kostproben von ihrem heutigen Arbeitstag. Neben vielen konstituierenden Ausschusssitzungen am Vormittag fanden davor auch noch einige Arbeitsgruppentreffen der Fraktionen statt und ab Nachmittag dann noch die Fraktionssitzungen. Wie die anderen deutschen Parlamente ist auch unser Landtag eben ein Arbeitsparlament (anders als etwa das britische Unterhaus). Nach erster Sitzung, Foto und uns musste Frau Dr. Eiling-Hütig dann gleich weiter eilen, zum kurzen Kaffee zwischendrin mit den anderen Ausschussmitgliedern, bevor sie dann wieder in eine Sitzung musste, sie arbeitet in dieser Legislaturperiode nämlich sogar in drei Ausschüssen. Dort und auch zwischendrin passiert in der Sache das meiste, hier wird an den Details der Gesetze sachbezogen und untereinander auch (mal) offener gearbeitet, als man das dann später im Plenum zu hören bekommt. Dort geht es dann um die Darstellung vor der Öffentlichkeit und den Wählern und das neben dem politischen Gegner.

Das und vieles Weitere erklärte uns Frau Sieber von der pädagogischen Betreuung, die uns durch den Besuch führte. Der erste Stopp führte uns dann in den modernen Plenarsaal. Der war heute zwar leer, aber wie gesagt, findet die meiste Arbeit eben in den verschiedenen anderen Gremien statt. Hier erfuhren wir außerdem noch etwas über die Sitzordnungen der Fraktionen und die diesmal sogar 205 Sitze im Saal. Auch die technischen Details interessierten einige Jungs. Wir lernten außerdem etwas über den Verlauf der Sitzungen im Plenarsaal , die üblicherweise einmal in der Woche stattfinden. Auch über Abstimmungen und Regeln im Saal wurde unsere Klasse ausführlich informiert. Hier direkt selber im Saal bekamen wir einen Eindruck davon, wie sich die Abgeordneten auf ihren Sitzplätzen fühlen, konnten für einen kurzen Moment in ihre Rolle schlüpfen. Danach durften wir uns frei im Saal bewegen und einige Fotos schießen.

Als Nächstes ging es in den benachbarten Lesesaal. Dort wurden uns einige historische Persönlichkeiten an den bemalten Wänden vorgestellt, mit denen Max II. davor warnen wollte, in der Gegenwart geschichtsvergessen zu handeln. Schon im Steinernen Saal vor dem Plenarsaal will nicht weniger als „Die Kaiserkrönung Karls des Großen“ von Friedrich Kaulbach das gleiche. Außerdem erfuhren wir, dass die Abgeordneten in den Lesesaal kommen, um sich während des Plenums weiter vorzubereiten oder schnell noch mal was im kleinen Kreis abzustimmen.

Anschließend wurden wir in den Senatssaal auf der anderen Seite geführt, in dem bis vor wenigen Jahren der Senat tagte. Bis er durch einen Volksentscheid abgeschafft wurde, war er die neben dem Abgeordnetenhaus eine so genannte zweite Kammer des Landtags. Früher gab es noch häufiger Volksvertretungen mit Zwei-Kammer-System, teilweise aber auch heute noch etwa in Großbritannien mit Ober- und Unterhaus oder in den USA im Kongress. Hier hängt ein wirklich sehr großes Gemälde, „Die Seeschlacht bei Salamis“ von Wilhelm von Kaulbach. Auf diesem ist der zweite, entscheidende Kampf zwischen den Persern und den Griechen zu erkennen. Wusste doch glatt einer von uns, wie der persische König auf dem Thron hieß, der dem Untergang seiner Flotte zusehen musste (Xerxes natürlich - so wie es davor Papst Leo war, der Karl krönte). Früher wurde es während der Sitzungen immer verdeckt. Angeblich lenkten „ästhetische“ Details die Blicke und die Konzentration recht ab. Wir sahen die ganze Pracht in der Größe einer Zweizimmerwohnung. Die vorletzte Station führte uns in den Akademiesaal, der ähnlich aufgebaut ist und genutzt wird wie der Lesesaal. Durch die mit Wissenschaftlern bemalten Wände wird das Interesse Max‘ II. an Wissenschaften und Bildung deutlich. Nach weiteren Details zum Bau (bewusste Lage zur Stadt, Lokomotive im Grundstein, weil modernes Bayern, Stiftungsstruktur mit Mietzahlungen des Freistaates, „Fensterstreit“ Gotik gegen Rundfenster) wurden wir zum Abschluss noch zum Mittagessen in der Landtagskantine eingeladen.

Helena Weiß, Ena Tomic und die Klasse 10d